BELLEN AM GARTENZAUN

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Moin du!

Kennst du das? Du gehst mit deinem Hund spazieren, ihr geht an einem eingezäunten Grundstück vorbei und plötzlich schießt dahinter ein Hund zum Zaun, bellt und tobt lautstark am Zaun dran längs.

Ich möchte dir heute mal aus meiner Sicht erzählen, warum Hunde das vielleicht machen. Und ich denke, du ahnst es schon: „Ja, ich bin auch so einer! Nicht bei jedem Hund, vor allem bei Fremden oder bekannten Hunden, die mir unheimlich sind!“

Ich hab ja nun schon öfter erzählt, dass ich andere Hunde meist gruselig finde. Ich brauche immer so meine Zeit, bis ich die Hunde kennengelernt habe und dann für mich einstufen kann, ob die mir gefährlich werden können. Treffe ich draußen im Park unbekannte Hunde, gehe ich in der Regel gar nicht näher ran und bin auch meist still, weil ich mich einfach nicht traue, drauf loszubellen. Im Park habe ich zudem gelernt, dass ich den Hunden aus dem Weg gehen kann. Da es sich für mich um einen Ort handelt, wo ich zwar gerne bin, aber wo ich eh nie zu 100 % entspanne und chillen kann, ist es für mich in der Regel okay, wenn da andere Hunde auftauchen und dann auch wieder verschwinden. Der Park ist für mich ein Wohlfühlort, aber nicht meine Sicherheitszone.

Und genau das ist zuhause anders. Zuhause ist meine Sicherheitszone. Der Ort, wo ich sicher sein muss, dass mir nichts passiert. Wo ich zu 100 % entspannen kann, wo ich stressige Erlebnisse in Ruhe verarbeiten kann, wo ich schlafen kann und mir keine Sorgen um meine Sicherheit machen muss. Und zuhause ist der Ort, wo ich mich mutiger fühle – ich traue mich also auch manchmal mehr als z.B. im Park.

Jetzt stell dir mal vor, ich komme gerade von einer Runde im Park zurück und haue mich zuhause im Garten in die Sonne! Herrlich, erstmal ne Runde chillen und die Dinge noch mal überdenken, die ich alle so gerochen und gesehen habe. Ich liege also ziemlich relaxed da rum und plötzlich kommt mir was in die Nase. Ein Geruch – ein fremder Hund. Der Geruch kommt näher und näher, meine Muskeln spannen sich an. Ich bin in Alarmbereitschaft. Der Hund will doch wohl nicht in meinen Garten?!?!? Und ey, dann geht der an unserem Grundstück vorbei! Ich schieße zum Zaun, will ihm klar machen, dass er erst gar nicht probieren muss, hier rein zu kommen. Hier bin ich und kein anderer – mein Zuhause, dass ist vergleichbar für dich, wenn einer an deiner Haustür rum prokelt und du nicht weißt, ob er vielleicht einbrechen will!

Gefühlsmäßig bin ich hin- und hergerissen! Auf der einen Seite hab ich natürlich Schiss, dass der Hund wirklich in meinen Garten kommt. Auf der anderen Seite bin ich recht mutig, weil ich bisher ALLE vertreiben konnte!

Eigentlich möchte ich jetzt nur, dass der andere mit möglichst großem Abstand vorbeigeht und verschwindet. Das mache ich durch meine Drohkulisse auch ziemlich deutlich. Und so kommt es immer wieder, dass sich andere Hunde tatsächlich bedroht fühlen. Und da gibt es dann verschiedene Reaktionen. Die einen machen direkt einen großen Bogen und flüchten sozusagen, andere kommen ziemlich direkt auf mich zu. So nach dem Motto „Was willst du Kleiner?“ Oder sie kommen auf mich zu, weil sie die Bedrohung (also mich) auch vertreiben wollen, damit sie sich wieder sicher fühlen. Es gibt noch mehr Möglichkeiten, aber das würde hier jetzt wirklich zu weit führen.

Und jetzt fragst du dich, warum ich dir das hier überhaupt alles erzähle? Zum einen, damit du mich besser verstehst. Ich möchte, dass du weißt, dass wir Hunde in der Regel zum Zaun laufen und dort bellen, weil wir Abstand wollen. Wir wollen, dass die anderen Hunde oder auch Menschen, verschwinden. Was wir nicht wollen ist, dass sie näherkommen!

Und da bist du als Mensch jetzt gefragt. Hast du einen Hund, der dann zu dem bellenden Hund hinzieht, dann sprich ihn an und bitte ihn, mit dir weiterzugehen. Was du nicht machen solltest, ist zu dem bellenden Hund an den Zaun zu gehen.

Hier ist der Mensch nicht mit dem Hund näher gekommen. Trotzdem reichte der Abstand nicht für den Pudel! Der Pudel ist in dem Moment übrigens nicht böse oder unerzogen! Er hat ein Problem, fühlt sich bedroht und weiß sich in der Situation nicht anders zu helfen!

Ganz oft eskaliert das dann nämlich am Zaun und auch der draußen macht Theater. Egal wie sicher oder unsicher wir sind. Natürlich wissen wir, dass da ein Zaun zwischen ist und riskieren auch schon mal ne dickere Lippe. Aber das schürt nur Aggressionen, fördert auf keinen Fall die Sympathie zwischen uns und kostet schlichtweg Nerven – beiden Seiten am Zaun.

Also, bitte denke das nächste Mal daran, wenn du an einem Zaun vorbeigehst, wo ein Hund hinter bellt. Wechsel wenn möglich die Straßenseite und lass deinen Hund nicht hin. Umso größer du den Abstand machst, umso einfacher machst du es deinem und dem anderen Hund! Ich sag danke und freu mich über mehr Abstand an meinem Gartenzaun!

Ich sag danke für dein Verständnis! Wir hören uns bald wieder 🙂

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