Die wichtigsten 5! Hundebegegnungen

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Wenn Hunde auf Artgenossen treffen, sagt ihre Körpersprache eine Menge über ihre Emotionen und ihre Gestimmtheit aus. An dieser Stelle möchte ich gerne einmal erwähnen, dass es Hunde gibt, die nicht jedem Hund “Hallo” sagen möchten. Und dass es für die meisten Hunde mehr oder weniger anstrengend ist, wenn sie viele fremde Hunde treffen. Stell dir das mal für dich vor. Du bist irgendwo und musst mit jedem Menschen, der dir entgegenkommt, Smalltalk halten. Gar nicht so einfach, oder? Und das geht den Hunden tatsächlich auch oft so. Lies dazu auch gerne diesen spannenden Artikel: Sozialkontakt – Ist der Hund (k)ein Rudeltier?
Wenn du also bemerkst, dass dein Hund lieber Distanz aufbauen möchte, dann gib ihm die Möglichkeit!

Aber wie kannst du jetzt erkennen, wie dein Hund – oder auch der Hund, der euch entgegenkommt – drauf ist? Es gibt mal wieder viele Details, die ich dir hier gerne näherbringen möchte.

Wenn mein Hund entspannt in eine Hundebegegnung geht, dann sieht man in der Regel einige Anzeichen, die daraufhin deuten:

  • Mein Hund schaut kurz zu dem anderen Hund und schaut dann wieder weg, manchmal schnüffelt er dann auch hier und da ein bisschen
  • Er läuft nicht frontal auf den anderen Hund zu, sondern eher in einem Bogen oder versetzt, am liebsten sogar von hinten (natürlich sollte sich der andere Hund dann nicht erschrecken)
  • Seine Bewegungen sind fließend, er ist locker und läuft auch nicht extrem schnell auf den Anderen zu – manchmal macht er auch einen kurzen Stopp, um noch kurz eine Urinmarke abzusetzen, an der der andere Hund dann für einen Erstkontakt auch gerne schnüffeln darf (das hilft vielen Hunden übrigens sehr, die ersten Infos zu dem anderen Hund zu bekommen, ohne dass sie in den Direktkontakt gehen müssen)

Siehst du bei deinem Hund solche Details, dann ist dein Hund vermutlich bereit für eine nette Kontaktaufnahme mit dem anderen. Wie immer muss dein Hund natürlich nicht alle Details zeigen, aber umso mehr du siehst, umso sicherer kannst du dir sein.

Manchmal sind die Hunde aber auch sehr aufgeregt und können deswegen nicht so ruhig und gelassen auf einen anderen Hund zugehen. Vielleicht möchten sie gar keinen Kontakt, haben aber nicht gelernt, dass sie auch weggehen können. Vielleicht wollen sie dem Anderen durch ihre Körpersprache mitteilen, dass er sich bitte langsamer annähern soll oder, dass er gar nicht kommen soll. Es gibt unzählige Gründe, warum du in einer Annäherung Anspannung bei einem oder beiden Hunden sehen kannst.

In einer angespannten Annäherung kannst du oftmals folgende Details sehen:

  • Der Körper ist angespannt, die Bewegungen wirken steif und staksig und werden auch oftmals langsamer. Manche Hunde bleiben sogar komplett stehen und frieren dann buchstäblich ein
  • Der Blick ist auf den anderen Hund gerichtet (länger als 2-3 Sekunden durchgängig)
  • Die Körperachse ist frontal auf den anderen Hund ausgerichtet (manche Hunde legen sich dabei auch hin)
  • Sie gehen sehr zielgerichtet auf den anderen Hund zu, manchmal wird der Kopf etwas abgesenkt bei der Annäherung

Wenn du solche Details bei deinem Hund oder dem entgegenkommenden Hund siehst, solltest du dir im Klaren sein, dass es vermutlich eine eher angespannte Begegnung wird. Mindestens einer der beiden Hunde fühlt sich in der Situation nicht wirklich richtig wohl und du solltest überlegen, ob du deinem Hund nicht einen Gefallen tust, wenn er nicht in diese Begegnung muss. Hier macht es Sinn, deinen Hund zu unterstützen. Viele Hunde sind in so einer Situation nicht mehr in der Lage eigenständig wegzugehen – obwohl sie eigentlich mehr Abstand haben möchten. Trainiere mit deinem Hund, dass er auch weggehen kann!

Jetzt sagst du: “Mein Hund läuft kerzengerade auf einen anderen zu und guckt ihn auch direkt an! Wenn er dann da ist, geht das wilde Spiel los und alles ist gut!”
Ja, das kann tatsächlich sein, dass die Situation nicht eskaliert, einfach, weil Hunde oftmals wahre Meister in der Kommunikation sind und einer ernsthaften Auseinandersetzung in den meisten Fällen lieber aus dem Weg gehen.
Vielleicht findet dein Hund die Annäherung an sich irgendwie doof und wenn er die geschafft hat, entlädt sich die Anspannung in einem Spiel. Es gibt wieder unzählige Möglichkeiten!
Du solltest aber im Hinterkopf haben, dass es ängstliche Hunde gibt, die auf so eine Annäherung mit Angst reagieren und für die ist so eine Situation einfach nur blöd.

Noch ein wirklich wichtiger Punkt in Hundebegegnungen bist du als Mensch am anderen Ende der Leine! Wenn ihr auf andere Hunde trefft, dann vermeide es unangenehme Dinge in die Situation zu bringen. So hemmt ein Leinenruck oder ein Donnerwetter von deiner Seite her vielleicht das Bellen deines Hundes. Aber er fühlt sich in der Situation noch schlechter als sowieso schon!
Und für die nächste Hundebegegnung machst du damit oftmals alles noch schlimmer.

So, das war es erstmal von mir zum Thema Annäherung bei einer Hundebegegnung. Ich hoffe, ich konnte dir ein Paar wertvolle Infos geben und wünsche dir nun ganz viel Spaß beim Beobachten deines Hundes!

Autorin: Christiane Jacobs

„Die wichtigsten 5!“ ist eine Serie von Sprich Hund. Die Karten dazu gibt es hier im Shop:
Sprich-Hund-Shop.

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