STREICHELN

Streicheln gehört für die meisten von uns ganz selbstverständlich zum Zusammenleben mit dem Hund. Wir wollen ihm damit etwas Gutes tun und ihm zeigen, dass wir ihn mögen. Viele Hunde genießen das auch sehr, aber eben nicht immer, nicht überall und nicht von jedem. Stell dir mal vor, du sitzt gemütlich auf einer Bank, und ein Mensch, den du kaum kennst, kommt auf dich zu und tätschelt dir den Kopf. Vermutlich wäre dir das eher unangenehm, auch wenn er es nett meint. Vielen Hunden geht es genauso.

Die gute Nachricht: Dein Hund zeigt dir meistens ziemlich deutlich, ob er gerade gestreichelt werden möchte. Du musst nur hinschauen. Worauf du dabei achten kannst, habe ich dir in den wichtigsten 5! zusammengefasst.

Fühlt euch beide wohl!

Es gibt kaum etwas Schöneres, als miteinander zu kuscheln. Wichtig ist nur, dass es sich für euch beide gut anfühlt. Wenn dein Hund das Streicheln genießt, siehst du das meistens an einigen Details: Er kommt von sich aus zu dir, lehnt sich an dich oder stupst deine Hand an, wenn du aufhörst. Sein Körper ist weich und locker, die Augen wirken entspannt und fallen manchmal sogar halb zu. Er bleibt bei dir, obwohl er jederzeit gehen könnte.

Das gilt übrigens auch für dich. Wenn dir gerade nicht nach Kuscheln ist, zum Beispiel weil dein Hund nass und dreckig vom Spaziergang kommt, dann darfst du das genauso freundlich zeigen. Ein Moment, der für einen von euch unangenehm ist, ist kein schöner Moment mehr.

Sei achtsam!

Ob Streicheln für deinen Hund gerade passt, kann sich von einem Moment auf den anderen ändern. Vielleicht ist er müde, vielleicht tut ihm etwas weh, vielleicht möchte er lieber an einer anderen Stelle gestreichelt werden. Achte deshalb auf Veränderungen. Typische Details, die zeigen, dass es ihm gerade zu viel wird, sind zum Beispiel:

  • Er dreht den Kopf oder den ganzen Körper weg oder lehnt sich von dir weg
  • Er leckt sich über die Schnauze, gähnt oder blinzelt auffällig
  • Er wird ganz still und friert ein, oder du siehst plötzlich viel vom Weißen in seinen Augen
  • Er schüttelt sich, nachdem du aufgehört hast
  • Er geht weg, sobald er die Möglichkeit dazu hat

Wie immer muss dein Hund nicht alles davon zeigen. Je mehr du siehst, desto sicherer kannst du dir sein. Und keine Sorge: Diese Signale bedeuten nicht, dass dein Hund dich nicht mag. Er teilt dir vermutlich nur mit, dass es ihm in diesem Moment zu viel ist.

Achte auf deine Körpersprache!

Nicht nur dein Hund spricht mit seinem Körper, du tust es auch. Und manches, was für uns ganz normal ist, wirkt auf Hunde eher bedrohlich. Wenn wir uns über einen Hund beugen oder von oben nach seinem Kopf greifen, weichen viele Hunde aus, ducken sich oder werden unsicher. Besser ist es meistens, wenn du in die Hocke gehst, dich etwas seitlich zu deinem Hund drehst und ihn zu dir kommen lässt. So kann er selbst entscheiden, ob er Kontakt möchte.

Berühre ihn dort, wo er es mag!

Jeder Hund hat seine Lieblingsstellen und genauso Stellen, an denen er nicht so gerne angefasst wird. Viele Hunde mögen es zum Beispiel, seitlich an der Brust, am Hals oder hinter den Ohren gestreichelt zu werden. Pfoten, Rute oder der Kopf von oben sind dagegen für viele eher unangenehm. Das ist aber sehr individuell. Beobachte, wie dein Hund reagiert, wenn du ihn an verschiedenen Stellen berührst. Manche Hunde drehen sich sogar so hin, dass du an ihre Lieblingsstelle besser herankommst. Stellen, die er nicht mag, lässt du einfach aus.

Respektiere ein NEIN!

Ob dein Hund noch weiter gestreichelt werden möchte, kannst du ihn ganz direkt fragen. Streichel ihn ein paar Sekunden und nimm dann deine Hand weg. Jetzt schaust du, was passiert: Kommt er näher, stupst dich an oder schmiegt sich an dich? Dann möchte er vermutlich mehr. Bleibt er ruhig stehen, dreht sich weg oder geht? Dann war es für den Moment genug, und das darf er dir auch sagen.

Wenn dein Hund merkt, dass du auf sein Nein reagierst, lernt er, dass er sich auf dich verlassen kann. Das stärkt eure Bindung, und er wird dir seine Signale vermutlich immer deutlicher zeigen. Wird er dagegen immer wieder übergangen, kann es passieren, dass er irgendwann deutlicher werden muss, zum Beispiel mit einem Knurren. Das gilt übrigens auch für fremde Menschen: Du darfst jederzeit freundlich Nein sagen, wenn jemand deinen Hund streicheln möchte und du siehst, dass er das gerade nicht mag.

So, das war es erstmal von mir zum Thema Streicheln. Ich hoffe, du konntest ein paar wertvolle Infos mitnehmen, und wünsche dir viel Freude beim nächsten Kuscheln mit deinem Hund!

Autorin: Christiane Jacobs

Die wichtigsten 5! gibt es übrigens auch als Lizenz. Damit kannst du die Blätter selbst ausdrucken und weitergeben. Gedacht ist sie vor allem für Hundeschulen, Trainerinnen und andere Hundeunternehmen, die das Material in ihrer Arbeit einsetzen möchten. Aber auch als Hundehalter kannst du sie erwerben, wenn du die wichtigsten 5! in deinem Umfeld verteilen möchtest. Alle Informationen findest du im Shop:
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