POSITIVE STRAFE

Lass dir den Artikel vorlesen!

Natürlich hast du vollkommen Recht, wenn du jetzt denkst: „Strafe kann niemals positiv sein!“
Positiv bedeutet hier auch nicht gut, sondern PLUS, d.h. hinzugefügt.

Was Strafe bedeutet, muss ich wohl niemandem erklären. Wir leben in einer Welt voller Strafen und Fehlerkataloge. Allein der Bußgeldkatalog für Autofahrer ist einige Seiten lang.
Wenn dein Hund also z.B. auf dich zugelaufen kommt und dich anspringt und du ihm dein Knie in seinen Bauch oder vor seine Brust rammst, so tut ihm das weh und verängstigt ihn. Er wird dich nicht mehr anspringen, weil er nicht möchte, dass du ihm weh tust.

Doch nicht nur wir Menschen, sondern auch die Umwelt hält Strafen für den Hund bereit:
Dein Hund schaut sich auf einem Spaziergang ein paar Kühe auf der Weide an. Dann gerät er mit der Nase an den Weidezaun und bekommt einen Stromschlag. In Zukunft möchte dein Hund nicht mehr weitergehen, wenn er irgendwo Kühe sieht oder er möchte nicht mehr an dieser Weide vorbeigehen. Was dein Hund in dem Moment mit der Strafe verknüpft – wovor er also in Zukunft Angst und Unbehagen verspürt, ist nicht kalkulierbar und deswegen mit vielen Risiken verbunden!

Positive Strafe erzeugt immer ein schlechtes Gefühl im Hund und sorgt für Frust und oft für tiefe Verunsicherung. Positive Strafe sagt dem Hund nichts darüber, welches Verhalten erwünscht ist.

Du sagst, du würdest deinen Hund niemals bestrafen? Das ist sehr lobenswert, jedoch kann positive Strafe auch ganz unbeabsichtigt erfolgen:
Du sitzt mit deinem Hund auf dem Sofa und streichelst ihn. Plötzlich krabbelt eine richtig dicke Spinne über deinen Arm. Du springst laut schreiend auf, schlägst wie verrückt mit den Händen nach der Spinne, die vor Schreck zu Boden fällt, und trampelst dann so lange auf ihr herum bis du sicher bist, dass sie tot ist. In Zukunft möchte dein Hund sich nicht mehr auf dem Sofa von dir streicheln lassen. Denn obwohl mit deiner Aktion dein Hund gar nicht gemeint war, hat sie ihn dennoch sehr erschreckt und verängstigt. Du hast auf das Verhalten „Kuscheln auf dem Sofa“ etwas für den Hund Unangenehmes hinzugefügt.

Einfach ausgedrückt bedeutet positive Strafe also nichts anderes als das dem Hund etwas (für ihn) Unangenehmes hinzugefügt wird!

Autorin: Dagmar Mariß – Hundeberatungszentrum Werdohl

Du möchtest dir den Artikel abspeichern? Dann geh einfach auf den “Herunterladen-Button”. Du darfst den Artikel auch gerne ausdrucken und verteilen. Bitte beachte dabei das Urheberrecht und verändere die PDF nicht.