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Moin du! Ab in den Urlaub! Wie fühlt sich das eigentlich für uns Hunde an?

Die schönste Zeit des Jahres für dich —aber wie erlebe ich das als Hund?
Ihr Menschen plant euren Urlaub, freut euch drauf, zählt die Tage, bis es soweit ist—ihr bereitet euch also innerlich darauf vor. Wir Hunde können es an manchen Dingen erahnen – ihr packt z. B. Koffer, aber ansonsten sind wir völlig ahnungslos und es geht sehr plötzlich für uns los.

Und so war es vor 14 Tagen auch bei mir mal wieder soweit. Morgens noch alles ganz normal—Frühstück, Morgenrunde, überall in Ruhe geschnüffelt und Nachrichten hinterlassen und als ich mit Frauchen nach Hause komme, hat Herrchen das Auto schon gepackt und ab geht es. Wohin??? Keine Ahnung!!!

Wir sind dann ganz schön lange mit dem Auto gefahren—ich hab Glück, mir wird nicht schlecht beim Fahren und ich verschlafe fast die ganze Zeit. Aber ich weiß z. B. von Fridolin, dass ihm schlecht wird beim Autofahren und Elli hat Angst. Kann man nachvollziehen, dass die dadurch in Urlaub fahren noch anstrengender finden als ich, oder?

Irgendwann sind wir dann angekommen und Frauchen und Herrchen waren erstmal damit beschäftigt, sich alles anzugucken, jemand Fremdes kam und zeigte uns unser vorübergehendes Zuhause. Alles roch anders, nach fremden Hunden und ich war total aufgeregt. An Ruhe war da nicht zu denken!

Und dann die nächsten Tage—alles anders als sonst. Es gab viel zu schnüffeln, wir haben extrem viel unternommen, ich kam wenig zum Schlafen und unser ganzer Tagesablauf war komplett anders als sonst.

Kannst du dir vorstellen, dass das für uns Hunde schwierig ist?

Und dann hatte ich mich eingewöhnt, die ersten Freunde gefunden und schwupps wurden die Koffer wieder gepackt und ab ging es zurück nach Hause.
Jetzt denkst du: „Ah, dann ist aber wieder alles in Ordnung für Locke und er kann gechillt seine Runden drehen!“

Nein, tatsächlich klappt das bei mir nicht. Ich bin furchtbar aufgeregt, wenn ich zurück nach Hause komme. Mir ist dann total wichtig, dass ich ganz schnell meine Runde ablaufe, um erstmal nur das Nötigste zu lesen. Frauchen sagt, dieses Mal war es extrem. Ich hab für die erste Runde wohl nur halb soviel Zeit gebraucht, wie für dieselbe Runde am nächsten Tag. Da konnte ich dann schon etwas ruhiger überall schnüffeln.

Warum ich so aufgeregt bin? Es gibt so viel zu “lesen” für mich, wenn ich weg war. Ist noch alles sicher für mich? Wer war in meinem Lieblingspark? Warten die Hundedamen noch auf mich? Was gibt es Neues?

Und dann ändert sich wieder der Tagesablauf—zurück zur Routine, aber da muss ich dann auch erstmal wieder ankommen.
Du siehst also, so ganz einfach ist Urlaub für uns Hunde nicht. Aber wie kannst du deinem Hund helfen?

  • Nimm ihm sein Körbchen/seine Decke mit in den Urlaub. So hat er seine vertraute Schlafstelle
  • Nimm sein Lieblingsfutter mit und auch was zum Kauen—kauen beruhigt die meisten Hunde
  • Nehmt euch gemeinsam Zeit um anzukommen und sei geduldig, wenn er mehr als sonst schnüffelt, mehr bellt oder einfach aufgeregt ist
  • Erwarte weder am Urlaubsort, noch wenn ihr zurück kommt, dass dein Hund in der Lage ist, all deine Signale zu befolgen. Ich z.B. tu mich sehr schwer mit der Leinenführigkeit, einfach weil ich mich nicht drauf konzentrieren kann und einfach schnell vorwärts kommen möchte (was zur Leinenführigkeit hatte ich dir ja hier schon mal geschrieben)
  • Mach dir keine Sorgen, dass das Training (z.B. an der Leinenführigkeit) kaputt ist, wenn ich in solchen Situationen ziehe und du das zulässt. Meist bin ich so aufgeregt, dass richtiges Lernen gar nicht mehr stattfinden kann und ich schwöre, am zweiten Tag zuhause war die Leine schon wieder locker 😉 !
  • Versetz dich ein bisschen in deinen Hund und bedenke, dass er in die Situation Urlaub unvorbereitet „geschmissen“ wurde und überleg dir, wie du ihm helfen kannst. Wir z.B. fahren oft an den selben Urlaubsort und halten auch immer an der selben Raststätte, so dass ich bei der Hinfahrt schon weiß, was mich erwartet 🙂

Und? Überrascht dich das Thema? Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht gehabt?  Nein? Nicht schlimm! Dafür hast du ja mich. Eine schöne Zeit mit deinem Hund—bis bald.

Deinen Hund wird übel beim Autofahren? Dann lies gerne mehr dazu in diesem Artikel von Ralph Rückert (Tierarzt): Reisekrankheit