Beschäftigung und Abwechslung – eine Bereicherung im Hundealltag

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Zeigen Hunde unerwünschte Verhaltensweisen, lohnt sich immer einen Blick auf ihre Tagesgestaltung zu werfen. Bei einigen Hunden kann ein Übermaß an Beschäftigung, zu lange oder zu aufregende Spaziergänge, eine Überforderung bedeuten. Gerade bei jungen oder schnell gestressten Hunden gilt es, auf ausreichende Ruhezeiten und Pausen zu achten, um Konflikten vorzubeugen. Probleme im Zusammenleben mit Hunden können aber auch durch zu wenig oder die falsche Beschäftigung entstehen. Wenn Hunde sich langweilen, kanalisieren sie ihre überschüssige Energie häufig in unerwünschte Verhaltensweisen.

Strategien, die sie bei der Stressbewältigung wählen, wenn sie unter- oder überfordert sind, können beispielsweise übermäßigen Bellen, zerstören von Gegenständen, gesteigertes Aggressionsverhalten, fressen von Unverdaulichen bis hin zu selbstverletzendem Verhalten, wie massives lecken oder benagen bestimmter Körperstellen sein.

Dies sind nur wenige Beispiele von Problemen, die entstehen können, wenn der Alltag für unsere Hunde unausgewogen ist.

Nicht jeder ruhige Hund leidet gleich unter Langeweile und nicht jeder Jungspund, der gerade seine dollen fünf Minuten hat, ist überfordert. Aber wir sollten unsere Hunde aufmerksam beobachten, damit wir sie besser einschätzen können, um zu erkennen, wann sie unzufrieden oder frustriert sind.

Durch aufmerksame Beobachtung unserer Hunde und verschiedene Aufgaben, die wir ihnen anbieten, können wir schon erkennen, welche Interessen unser Hund hat und welche Beschäftigung ihm viel Freude bereitet. Wie bei uns Menschen ist es auch bei unseren Hunden wichtig, die jeweiligen persönlichen Fähigkeiten zu erkennen und diese zu stärken. Kennen wir die Vorlieben unserer Hunde, dann können wir diese als Beschäftigung und/oder zur Belohnung für eine bedürfnisgerechte Auslastung ein/umsetzen.

Als stille Beobachter auf einer Hundewiese, können wir sehr schnell erkennen, wie unterschiedlich die einzelnen Hunde sind. Während der eine mit Freude läuft und rennt, ist der andere ausgiebig am schnüffeln, der nächste buddelt sich am liebsten durch die Landschaft und ein weiterer sammelt alle Stöcke der Umgebung.

Diese Unterschiede bei den Hundetypen sollten wir auch in der Mehrhundehaltung berücksichtigen. Hier herrscht zwar nicht so schnell die Langeweile unter den Hunden, aber die jeweiligen Vorlieben können sich auch hier deutlich voneinander unterscheiden. Jeder einzelne Hund sollte die Möglichkeit bekommen seine Vorlieben auszuleben. Bei mehreren Hunden trenne ich dann auch mal. Ich habe drei Hunde und jeder von ihnen hat eine eigene Vorstellung davon wie das Spiel mit einem Ball ablaufen sollte. Für meine Lotti gibt es nichts Schöneres als beispielsweise einen Moosgummiball zu schreddern. Mein Theo liebt es, wenn ich den Ball verstecke und er ihn suchen darf. Emma rennt für ihr Leben gern einfach dem Ball hinterher und apportiert ihn. Ein Spielzeug, verschiedene Hunde, unterschiedliche Möglichkeiten.

Ganz besonders Hundesenioren und Hunde mit Handicap profitieren von individuellen und abwechslungsreichen Beschäftigungen in ihrem Hundealltag. Wir können ihnen z. B. einen Karton gefüllt mit leeren Klorollen oder Eierkartons, zerknüllten Zeitungspapier oder Tannenzapfen anbieten, in denen wir Leckerchen verstecken. Diese Suchspiele lieben viele Hunde und es ist gleichzeitig eine geistige Auslastung.

Es gibt spezielle Kauspielzeuge für Hunde, die mit Futter oder allem was der Hund gerne mag befüllt werden können (Leberwurst, Kartoffeln Käse, Joghurt usw.). Solche Schleckereien sind eine willkommene Abwechslung.

Balanceübungen wie das Laufen über einen Baumstamm oder das Stehen auf einem Balanceball, das Strecken, um an ein Leckerchen zu kommen, oder das Einüben von Tricks, sind alles Möglichkeiten Hunde mit wenig Aufwand zu beschäftigen. Schenken wir unseren Hunden täglich bewusst 3×5 Minuten Beschäftigung und Abwechslung, bereichern wir ihren kompletten Tag und festigen gleichzeitig die Bindung zwischen Mensch und Hund ❤.

Autorin: Sylvia Lübke

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