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Hi du! Heute möchte ich dir mal ein bisschen was über meine Rute erzählen.

Als Erstes ist dir vielleicht schon aufgefallen, dass es viele verschiedene Formen bei den Ruten gibt. Wir Hunde haben z.T. verschiedene Anzahlen von Wirbeln in der Rute, Muskel- und Sehnenveränderungen führen zu unterschiedlichen Formen – eine recht bekannte Rutenform ist die Ringelrute, wo die Rute eingekringelt getragen wird – das ist aber bedingt durch physische Bedingungen, und wird nicht bewusst vom Hund so gesteuert.

Neben den verschiedenen Formen ist der Rutenansatz – also der Übergang von Wirbelsäule zur Rute – auch sehr unterschiedlich. Verschiedene Rassen weisen da z.T. extreme Unterschiede auf – stell dir da nur mal einen Schäferhund mit seinem tief sitzenden Ansatz und einen Terrier mit seinem hoch angesetzten Rutenansatz vor.

Bei allen Beobachtungen, die du also bei deinem Hund mit der Rute machst, musst du als Erstes seine Normal-Rutenhaltung festlegen. Wie trägt dein Hund seine Rute im Alltag, wenn er entspannt ist? Diese Haltung kannst du dann als Ausgangspunkt für alle Beobachtungen nehmen. Dein Hund hat eine Ringelrute, Stummelrute, ganz viel Fell oder, oder, oder??? Dann schau, dass du den Rutenansatz – also direkt da, wo der Rücken endet und die Rute anfängt – beobachtest. Da kannst du schon eine ganze Menge an Bewegung sehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir natürlich die Rute auch zum Ausbalancieren nutzen. Nicht alles, was du an der Rute beobachten kannst, ist also Kommunikation von uns. Und wie immer gilt, beobachte auch den Rest von deinem Hund:

Eine wedelnde Rute, macht noch keinen fröhlichen Hund!!!

Hier hab ich dir jetzt mal die verschiedenen Ruten-Ausdrucksformen zusammen getragen – oftmals gibt die Veränderung der Rutenhaltung auch hier wieder wertvolle Informationen, für unsere Emotionen, Bedürfnisse und Aufschluss darüber, was wir wohl als Nächstes tun werden:

Angehobene Rute:

Angehobene Rute
  • Der Popo/die Analregion – eine wichtige Kommunikations-Schnittstelle im sozialen Kontext unter den Hunden – liegt frei und gibt somit jede Menge Infos frei
  • Hebt der Hund die Rute bei einer Annäherung eines anderes Hundes an seine Analregion, dann kann diese Geste als freundlich gewertet werden. Der Hund gibt sozusagen sein okay, sich im Analbereich für erste wichtige Infos beschnüffeln zu lassen
  • Sieht man weitere Ausdrucksstrukturen, z. B. Ohren, Körperschwerpunkt usw., gehen nach vorne – kann die erhobene Rute auch als Drohsignal gemeint sein, da deutet dann der freigelegte Popo auf Selbstsicherheit hin
  • Man kann zusammenfassen: Geht die Rute nach vorne/oben, dann besteht eine Tendenz zur Distanzverringerung – der Hund möchte also näher ran

Abgesenkte Rute:

Abgesenkte und eingekniffene Rute
  • Der Popo/die Analregion wird bedeckt und gibt somit beim Zusammentreffen mit anderen Hunden, keine oder wenig Infos frei. Das signalisiert Unterlegenheit in dem Kontext und eine fehlende Fähigkeit zur Kontaktaufnahme
  • Bei ängstlicher Erregung wird die Rute oft abgesenkt – bei starker Angst auch unter dem Bauch eingekniffen
  • Die Rute wird aber auch abgesenkt, wenn der Hund sich auf eine Aufgabe konzentriert und hat dann gar nichts mit Angst zu tun.
  • Man kann zusammenfassen: Geht die Rute nach unten, dann besteht eine Tendenz zur Distanzvergrößerung – der Hund möchte also mehr Abstand! Ausnahme: Konzentration

Wedeln:

Wedeln zeigt erstmal nur eine mehr oder weniger starke Erregung an. Beobachten kannst du

  • Die Wedelgeschwindigkeit
  • Die Wedelbreite in der Horizontalen
  • Die Position der Schwanzwurzel in der Vertikalen

· je schneller der Hund mit der Rute wedelt, desto höher ist er erregt – bei steigender Anspannung versteift sich auch die Rute und die Bewegungen werden langsamer. Deshalb deutet ein breites, lockeres Schwingen der Rute – oft schwingen hier auch Becken und Rücken mit – auf ein entspanntes, freundliches Wedeln hin. Umso schmaler und schneller – das geht bei ganz hoher Anspannung bis zum kompletten Stehenbleiben der Rute – umso mehr Anspannung haben wir im Hund, die ganz unterschiedliche Ursachen haben kann

Und? Sind noch Fragen bei dir offen geblieben? Dann stell sie mir gerne hier über das Kontaktformular und lies auch den Artikel von Sylvia zum Thema „Warum wedelt der Hund mit dem Schanz?“.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Rute beobachten und sag mal TSCHAUI!