RESSOURCENVERTEIDIGUNG

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Ein komplexes Thema. Viele Hundebesitzer kennen dieses Verhalten. Es zählt zu den kritischen Verhaltensproblemen, vor allem, wenn der Hund gegen Menschen droht.

Was ist eine Ressource?

Eine Ressource dient der Bedürfnisbefriedigung oder sie ist dem Hund einfach wichtig. Jeder Hund ist ein Individuum und somit fällt die Ressourcenverteidigung zum Teil sehr verschieden aus. Der Hund entscheidet, was ihm besonders wichtig ist und was er somit auch nicht kampflos hergeben möchte.

Dazu spielt auch immer der momentane Zustand des Hundes eine Rolle. Hat er gerade Hunger, so wird er den vollen Futternapf vielleicht eher verteidigen, als wenn er satt ist. Alles was für den Hund wichtig ist, kann verteidigt werden. Sei es Futter, Wasser, Spielzeug, Liegeplätze, Personen, vielleicht sogar Müll, usw. … 

Pfote drauf – zeigt auch oftmals, dass der Hund etwas behalten möchte
Wie sieht das Ausdrucksverhalten aus, wenn der Hund Ressourcenverteidigung zeigt?

Ressourcenverteidigung wird in der Regel in Situationen gezeigt, wo die Individualdistanz des Hundes unterschritten wird. Es hat also immer etwas mit der Annäherung eines anderen Individuums zu tun, während eine Ressource anwesend ist. Wie der Hund reagiert ist natürlich individuell verschieden.

Normalerweise sendet der Hund Warnsignale, bevor er mit dem Drohverhalten beginnt. Hier kann man häufig beobachten, dass die Körperspannung steigt. Die Gesichtsmuskulatur tritt deutlich hervor und auch Stresssymptome können beobachtet werden. Oft sieht man zum Beispiel, dass der Hund anfängt schneller zu essen, wenn man sich ihm nähert. Oder er trägt seine Ressource weg, schirmt sie ggf. mit seinem Körper ab. Diese Anzeichen sollten auf jeden Fall wahrgenommen werden, denn der Hund fühlt sich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr wohl. Es zeigt uns, dass die Ressource für ihn sehr wichtig ist und er sie gerne behalten möchte.

Das Drohverhalten beginnt typischerweise mit einem anhaltenden Blickkontakt. Hier ist oft viel weiß in den Augen zu sehen, vor allem bei einer seitlichen Annäherung. Der Kopf des Hundes befindet sich dabei in unmittelbarer Nähe der Ressource. Er beugt sich teilweise regelrecht über die Ressource. Hat der Hund mit diesem Verhalten keinen Erfolg, muss er deutlicher werden. Der Hund zieht die Lefze nach oben und zeigt seine Zähne. Oft knurrt er dabei. Wenn auch das Knurren nicht zum Erfolg führt, wird der Hund deutlicher. Er schnappt in die Luft oder er beißt zu. Auch hier ist die Intensität abhängig vom Hund und seinem Erregungslevel. Die Lerngeschichte spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Hat der Hund schon häufig die Erfahrung gemacht, dass in die Luft schnappen und gehemmtes beißen auch nicht zum Erfolg führt, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit die Vorwarnsignale nicht mehr so ausgeprägt zeigen, sondern schneller und heftiger beißen.
Daher sollte man dieses Verhalten nicht unnötig provozieren!

Warum verteidigt der Hund überhaupt etwas?

Ressourcen zu verteidigen ist ein natürliches Verhalten. Biologisch betrachtet ist es nicht sinnvoll eine überlebenswichtige Ressource (Beute, sicherer Schlafplatz, …) einfach kampflos dem Gegenüber zu überlassen. 
Es ist kein respektloses Verhalten und hat auch nichts mit Dominanz oder Rangordnung zu tun. Dem Hund ist in dem Augenblick einfach nur seine Ressource wichtig und er möchte sie behalten. Er möchte sein Bedürfnis befriedigen und wenn er dies getan hat, dann wird er die Ressource auch nicht mehr verteidigen. Er macht das nicht, um uns zu ärgern, sondern handelt instinktiv, ohne zu wissen, dass wir Menschen das als „falsch“ ansehen. 

Ressourcen können nicht nur gegen uns Menschen verteidigt werden, sondern auch gegen Artgenossen oder anderen Tieren (zum Beispiel andere Haustiere in der Familie).
Manche Hunde neigen mehr zu diesem Verhalten, weil es in der genetischen Grundlage tiefer verankert ist. Aber nicht nur die Genetik spielt hier eine Rolle, auch die Lebensumstände des Hundes sollte man beachten. Stress, gesundheitliche Probleme, Schmerzen, Frustration usw. können das Verhalten des Hundes enorm beeinflussen.

Wenn man einen Hund mit dieser Problematik hat, ist es nicht sinnvoll ihm einfach zu nehmen, was ihm wichtig ist! Aber es gibt gute Trainingsansätze, daran zu arbeiten!

Wer einen guten Trainer sucht, um an der Ressourcenverteidigung seines Hundes zu arbeiten, der findet hier welche:
IBH-Trainerliste
TSD-Trainerliste

Autorin: Romy Räder

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